In der Ausgabe des Münchner Feuilletons vom Dezember 2025 erschien eine schöne Rezension meines Buches „Pinie” von dem Journalisten Till Schmidt. Gerne teile ich sie hier.
MIT HARZIGER NOTE – Pinien sind wundervoll. Schon seit der Antike stehen ihre Zapfen für Fruchtbarkeit. Im weltweit ersten gedruckten Kochbuch von 1474 liest man sogar von der sexuell anregenden Wirkung ihrer Kerne. In der zeitgenössischen Esoterik sind ihre Zapfen ein Symbol für die Zirbeldrüse, die den Schlaf-wach-Rhythmus des Körpers reguliert. Was in jedem Fall erwiesen ist: Der Genuss von Pinienkernen ist gesund. Ihr leicht buttriger Geschmack, der roh ein leicht harziges und geröstet ein nussig-süßliches Aroma entfaltet, macht die Früchte auch zu einer genialen Bereicherung in der Küche – weit über das klassische Pesto genovese hinaus. Zum Südtiroler Apfelstrudel etwa gehören die Kerne der regionalen Pinienart. Ihre Sprossen geben Risotti ein frisches, harziges, balsamisches Aroma. Ihre Nadeln beleben Pesti, Fischgerichte, Sorbets oder auch Getränke mit einer zitronig-harzigen Note. In Westfrankreich werden Miesmuscheln aufgebettet, mit Piniennadeln
bedeckt – und zur Garung einfach angezündet. In seinem neuen Buch aus der Reihe »mandelbaums kleine gourmandisen« bringt der Wiener Food-Autor Bruno Ciccaglione ein weiteres Mal Kulturgeschichte, Enzyklopädisches und inspirierende Rezepte zusammen – leichtfüßig und gekonnt.
Es freut mich sehr, dass ich für den deutschen Journalisten ein Wiener Food-Autor bin!
